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Review 2013: Performance Amanda Coogan, curated by Elke Luyten. Foto: Tatjana Kimmel ©Stiftung Insel Hombroich
Review 2013: Performance Amanda Coogan, curated by Elke Luyten. Foto: Tatjana Kimmel ©Stiftung Insel Hombroich

 

curatorial work
 

 

Review – Preview 

Hombroich : Summer Fellows

 

Von der Feld-, Wald- und Wiesenprojektemacherey

20th - 30th of September 2014

 
FIH - Field Institut Hombroich

 

READER
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REVIEW 2012 & 2013

 

 

*Julia von Leliwa & Fellows 2012

 

*Elke Luyten & Fellows 2013

 

 

 

PREVIEW 2015

 

 

*Kira Alker and Elke Luyten

 

*Jelena Andjelovski and Paula Müller 

 

*Apparatus 22

 

*Biba Bell

 

*Torsten Blume and Linda Pense

 

*Reza Haeri

 

*Julia von Leliwa

 

*Anna and Peter Malnikow

 

*Agnes Meyer-Brandis

 

*Wolf Guenter Thiel with Azby Brown and Lin Xiadong

 

*Tina Wintersteiger and Chloé Zimmermann with Stefan Gruber

 

 

 

 

FIH Hombroich

 

 

Das FIH/ Field Institut Hombroich ist ein Erdwall, der vier hintereinander verbundene Überseecontainer unter sich birgt. Zusammen bilden sie einen langen tunnelartigen Raum, der für Wechselausstellungen genutzt wird.

 

Im September 2014 wird es im FIH eine Schau geben, die als Klammer dienen möchte: Wir schauen auf die bereits zwei Jahre ausgerichteten Sommerprogramme (Review) und werfen im Zwischenjahr einen Blick auf das ab 2015 im Zweijahresturnus stattfindende Format (Preview). Gezeigt wird ein Ausschnitt aus der Programmierung von 2012 und 2013 - kuratiert von Julia von Leliwa und Elke Luyten - sowie es einen Einblick in entstandene Konstellationen geben wird: ein Geflecht von bisher rund 25 eingeladenen Künstlern, Wissenschaftlern, Designern, Literaten, ... Entstandene Kooperationen, die in Projekte auch anderenorts mündeten, werden exemplarisch die Dynamiken aufzeigen, die ein solches Programm entwickeln kann.

 

Der Ausblick zu Hombroich: Summer Fellows 2015 zeigt eine aktuelle Entwicklung: Aufgetaucht sind und werden Baubelisten. Das sind rund ein weiteres Dutzend Imaginisten, die zum Wie einer Selbstverbesserung in der Tradition der Feld-, Wald- und Wiesenprojektemacherey baubelieren[1] werden. Diese Projektemacher haben in der öffentlichen Wahrnehmung einen eher zweifelhaften bis abenteuerlichen Ruf, da ihre Umgebung sich ein wenig aufgescheucht fühlt und sie für eine gewissenhafte Unruhe Sorgfalt tragen. Der Ausgang der Projekte bleibt zudem meist lang ungewiss. Der Koala genießt als „Nicht-MACHER“ allerdings keinen viel besseren Ruf - auch wenn er eventuell gerade mal wieder bis zu 20 Stunden Schlaf in sein tägliches Energiesparprojekt investiert hat. Ab wann ist also ein Projekt ein Projekt und wie steht das Konzept einer Selbstverbesserung im Verhältnis zur Welt?

 

Die Figur des Projektemachers, Schimmelreiters, Pläneschmieds, Windmachers, Manifestool-Entwicklers und Imaginisten wird in dem Sommerprogramm 2015 eine besondere Rolle spielen. Laut Markus Krajewski besetzt „der Projektemacher (...) einen eigentümlichen Schwebezustand, er operiert im epistemologischen Dazwischen der ungesicherten Ordnung und des kanonisierten Wissens. Seine paradoxe Aufgabe besteht darin, das Undenkbare zu behaupten, um das Aussichtslose realisierbar zu machen.“

 

 

So wie der Deich von Hauke Haien mit einem gewissen Hang zur Feld-, Wald- und Wiesenprojektemacherey entstanden ist, so hat auch der Erdwall des Field Instituts Hombroich eine Vorgeschichte, die zu einem hier vor Ort gut bekannten Projektemacher zurück führt: Karl-Heinrich Müller. Er bereitete zum einen das Feld für aufbauende Konzeptionen wie die von Katsuhito Nishikawa für das FIH/ Field-Institut Hombroich oder für die Planungen zu dem großflächig angelegten Projekt des Raumortlabors Hombroich,  zum anderen überführte er ein anfänglich privates Projekt in eine komplexe und nicht unkomplizierte Vielfalt von Körperschaften. Die Ausstellung gäbe es nicht ohne die Initiierung eines Sommerprogramms von Katharina Hinsberg und ein Treffen auf Julia von Leliwa in Stuttgart. Sie haben Ort und Menschen zusammen gedacht auf das es sich prächtig entwickele. So ist auch dies eine Einladung an Besucher, Teilnehmer, Gäste, Bewohner, sowie Mitarbeiter der Stiftung: Imaginistes, il faut se baubéliser!

 



[1]baubelieren: lat./nd. strahlend, prächtig werden - nicht richtig aber besser; wenn auch oft mit geringem Gebrauchswert.